Kurzantwort: Fett aus dem Kochwasser erstarrt im Rohr und bildet mit Speiseresten, Kalk und Schmutz eine wachsende Schicht, die den Abfluss langsam verengt. Mechanische Reinigung mit der Hochdruckspülung ist die zuverlässigste Methode. Langfristig hilft nur konsequente Vermeidung.
Wie entsteht Fett im Rohr?
Beim Abspülen des Geschirrs oder beim Ausgießen von Bratfett fließt das Fett zunächst flüssig durch den Abfluss. Aber bereits einige Zentimeter im Rohr kühlt das Wasser ab, und das Fett erstarrt an der Rohrinnenwand. Bei jedem weiteren Spülvorgang lagern sich neue Schichten ab.
Mit der Zeit bildet sich ein immer dickerer Ring aus erstarrtem Fett, Seife, Kalk und organischen Rückständen. Der freie Querschnitt des Rohres wird kleiner, der Abfluss läuft langsamer. Schließlich kann ein einzelner Fremdkörper wie ein Gemüseschäler oder Kaffeesatz den Rest verstopfen.
Anzeichen für Fettablagerungen
- Küchenabfluss läuft zunehmend langsamer ab
- Übelriechende Gase aus dem Abfluss (Fett vergärt und stinkt)
- Abfluss war regelmäßig schnell, jetzt braucht er nach dem Abwasch mehrere Minuten
- Chemische Abflussreiniger bringen nur kurzfristige Besserung
Was hilft wirklich?
Sofortmaßnahmen für zuhause
- Heißes Wasser: Sehr heißes Wasser (nicht kochend, wegen PVC-Leitungen) kann frische, weiche Fettablagerungen anlösen. Einige Liter langsam einfließen lassen.
- Natron und Essig: Eine halbe Tasse Natron in den Abfluss geben, dann heißen Essig nachkippen. Die entstehende Reaktion löst leichte Ablagerungen und Gerüche. Kein Wundermittel, aber für Wartung geeignet.
- Spülmittel mit heißem Wasser: Konzentriertes Geschirrspülmittel hilft, Fett zu emulgieren und abzuspülen.
Wichtig: Diese Hausmittel helfen nur bei frischen oder leichten Ablagerungen. Bei starker Verkrustung reichen sie nicht aus.
Professionelle Methoden
- Hochdruckspülung: Ein rotierender Düsenkopf spüht Wasser unter hohem Druck gegen die Rohrwände und löst auch harte Fettschichten. Das ist die effektivste Methode und hinterlässt saubere Rohre.
- Mechanische Fräse: Hartes, verkrustetes Material kann mit einer Fräse aufgebrochen und dann herausgespült werden.
- Biologische Behandlung: Enzyme-Präparate, die regelmäßig in den Abfluss gegeben werden, bauen organisches Material ab. Als vorbeugende Maßnahme nach der Reinigung sinnvoll.
Was unbedingt unterlassen
- Keine flüssigen Chemikalien wie ätzende Abflussreiniger bei starken Ablagerungen: Sie lösen nur die Oberfläche, schaden aber dem Rohr
- Kein Fett direkt in den Abfluss gießen, auch nicht mit heißem Wasser nach
- Keine Küchenabfälle in den Abfluss geben (auch mit Küchengerät-Zerkleinerer problematisch)
Langfristige Vorbeugung in Magdeburg
- Fettabscheider nutzen: Bratfett, Frittieröl und Schmalz immer in einem Behälter sammeln und im Restmüll entsorgen.
- Sieb verwenden: Ein feinmaschiges Abflusssieb fängt Speisereste auf, bevor sie ins Rohr gelangen.
- Regelmäßige Wartung: Einmal im Monat heißes Wasser mit Natron durch den Abfluss spülen.
- Professionelle Reinigung: In Küchen mit starker Nutzung empfiehlt sich alle ein bis zwei Jahre eine Hochdruckspülung.
Wer konsequent auf Fettentsorgung achtet, schützt seine Rohrleitungen und spart sich teure Reinigungskosten.